Pressemitteilung:

Für einen agrarpolitischen Richtungswechsel: Bäuerinnen und Bauern der AbL übergeben Forderungen und Erntedankkronen AbL-Aktionswoche „Jeder Hof zählt!“ zur Bundestagswahl 2021 endet mit politischem Treckerumzug vor Berliner Parteizentralen

Pünktlich zur Erntedankzeit und zwei Wochen vor den Bundestagswahlen machten sich heute Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. mit einem festlichen Treckerzug auf den Weg nach Berlin, wo sie an den Parteizentralen von CDU, SPD und Grünen ihre 12 Kernforderungen zur Bundestagswahl 2021 überreichten. Mit im Gepäck hatten sie agrarpolitische Botschaften von Landwirt:innen und Verbraucher:innen aus allen Regionen Deutschlands in Form von Postkarten. Mit kurzen Reden und Übergaben von Erntekronen an die Politiker:innen machte die AbL auf die dramatische finanzielle Situation der Bäuerinnen und Bauern aufmerksam. Im Kern fordert die bäuerliche Interessensvertretung politische Veränderungen, welche stabile Erzeuger:innenpreise sichern und mehr Natur-, Klima- und Tierschutz in der Landwirtschaft wirtschaftlich attraktiv und bezahlbar machen.

Elisabeth Fresen, AbL-Bundesvorsitzende, Bäuerin und Mitglied der Zukunftskommission Landwirtschaft, kommentierte:

„Alleine in den letzten zehn Jahren haben fast die Hälfte der Schweine- und Milchviehbetriebe ihre Tore geschlossen. Dieses Höfesterben werden wir nicht weiter hinnehmen. Wir fordern einen echten Systemwechsel, bei dem wir Bäuerinnen und Bauern mitgenommen und gemeinsam praxisgerechte Lösungen gefunden werden. In der Zukunftskommission Landwirtschaft haben wir in einem breiten Verbändebündnis zukunftsfähige agrarpolitische Eckpunkte ausgehandelt. Die neue Bundesregierung darf nicht dahinter zurückfallen, sondern muss jetzt handeln. Die AbL fordert in ihren 12 Kernforderungen u.a. die Umsetzung der Borchert-Kommission, einen politischen Rahmen für faire Erzeuger:innenpreise, die Regulierung neuer Gentechniken und eine EU-Agrarpolitik, die Klimaschutz, Artenvielfalt und Tierwohl einkommenswirksam honoriert. Mit den Erntekronen und den 12 Kernforderungen setzten wir ein Zeichen für die Wertschätzung unserer bäuerlichen Arbeit und rufen die Politik dazu auf, sich ebenfalls an die agrarpolitische Arbeit zu machen.“

Rede und Antwort standen den Protestierenden Vertreter:innen der Parteien, welche Kanzlerkandidat:innen für das Kanzleramt stellen. Michael Kellner, politischer Bundesgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, sagte: „Die Grünen haben eine große Nähe zu den Forderungen der AbL. Die Exportorientierung und das Wachsen oder Weichen sind zu beenden und eine gentechnikfreie Landwirtschaft muss sichergestellt werden.“ SPD-Bundesgeschäftsführerin Jessika Wischmeier sagte: „Die SPD sieht viele Anliegen der AbL in ihrem Wahlprogramm abgebildet. Insbesondere die Forderung nach gerechten Preisen und Löhnen ist der SPD ein Anliegen.“ CDU-Bundesgeschäftsführer Dr. Stefan Hennewig sagte: „Es ist eine Herausforderung alle Ziele und Forderungen unter einen Hut zu bringen. Das CDU Wahlprogramm bietet hierfür Ansätze. Bei der Forderung einer Stärkung kleiner und mittlerer Betriebe hat die AbL die CDU an ihrer Seite.“

Die heutige Aktion war der Abschluss einer achttägigen Aktionswoche, mit welcher die Bauernorganisation ein Zeichen für viele und vielfältige Betriebe setzte. Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL, sagte:

„Wir haben die Aktionswoche im Kuhstall begonnen und vor den Parteizentralen der Kanzlerkandidat:innen beendet. Trotz intensiver Erntearbeiten haben wir in über 60 Veranstaltungen bundesweit gezeigt, dass jeder Hof zählt und eine neue Regierung auf die Vielfalt der Höfe setzen muss. Wir fordern einen klaren agrarpolitischen Wechsel statt das Festhalten am ‚Weiter so‘. Die großen Herausforderungen und notwendigen Veränderungen schaffen wir nur, wenn eine Politik eingeleitet wird, die die Zukunft der Landwirtschaft als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreift und Menschen auf dem Lande sozial und wirtschaftlich mitnimmt. Die anstehende Richtungswahl wird nicht nur in den Städten entschieden, sondern auch jede Stimme auf dem Lande zählt. Wir werden für unsere 12 Kernforderungen in den nächsten Monaten und den anstehenden Koalitionsverhandlungen aktiv streiten.“

 

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Vortrag zur "neuen Gentechnik"

CRISPR

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... Stellungnahme des AbL ...

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Georg Janßen wurde ausgezeichnet

Ende Juni erhielt Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Bundesgeschäftsführer der der Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren (IGN) eine außerordentliche Ehrung. Seit vielen Jahren bist Du Bundesgeschäftsführer der AbLund zudem Mitbegründer der IGN und dessen Bundesvorsitzender.

Saatgut ist für Dich Chefsache, etwas Essentielles, eine Herzensaufgabe. Da bist Du ein Vorbild als Kämpfer für freien Zugang zu Saatgut und gegen Patentierung von Pflanzen, Tieren und Genen. Deine Arbeit ist ein wichtiger Beitrag in unserer Gesellschaft zur Bewusstseinsbildung. Dein Streben für das Wohlergehen der Welt in Einklang mit den Menschen, der Natur, Pflanzen und Tieren verdient höchste Anerkennung und größten Respekt.

(Friedrich Wilhem Graefe zu Baringdorf, Laudatio)

Ihm wurde durch Erwin Oberndörfer (IGN) der erste „Seed of Hope“-Award verliehen. Dieser von Bauern gestiftete Preis zeigt die Anerkennung der bäuerlichen Gemeinschaft für seinen unermüdlichen Einsatz.

Georg Janßen hat sich in seiner jahrzehntelangen Arbeit für bäuerliches Saatgut, für diese Art der Landwirtschaft und dem Recht der Landwirte ihr eigenes Saatgut zu erhalten und zu vermehren stark gemacht. Groß waren die Widerstände - doch Georg hat sich nie entmutigen lassen, sondern stand mit fester Stimme und Meinung an der Seite der Bäuerinnen und Bauern – in Deutschland und weltweit, für die Freiheit des Saatgutes. Und gegen die Vereinnahmung durch multinationale Konzerne.

Früh hat er erkannt, welche Gefahren in Hybrid- und gentechnisch verändertem Saatgut liegen, welche Folgen, welche Abhängigkeiten damit geschaffen werden - und welche Machtkonzentration über unser aller Lebensgrundlage in den Händen weniger damit einhergeht. In seinem Einsatz ist und war Georg eng verbunden mit dem Engagement vieler bäuerlicher Partnerinnen und Partner von MISEREOR in Afrika, Asien und Lateinamerika. Für sie ist dieser Einsatz für freien Zugang zu Saatmitteln eine existentielle Frage.

Daher – Muchas Gracias, merci Bien, Thank you und Danke Georg Janßen für Deinen unermüdlichen Einsatz für freien Nachbau von Saatgut!

(Bernd Bornhorst, Misereor, Abteilungsleiter Politik und globale Zukunftsfragen)

Der „Seed of Hope“-Award wurde von dem us-amerikanischen Künstler Robert Hartl entworfen und geschaffen. Er zeigt ein keimendes, goldfarbenes Samenkorn als Sinnbild für bäuerliches Schaffen.

Unsere Ahnen sahen wie die Pflanzen, die sie ernährten, begannen zu sterben angesichts des herannahenden Winters. Die sterbende Pflanze warf ihr letztes Geschenk an die Menschheit ab: Das Samenkorn. Dieses Samenkorn sicherte den Fortbestand der Menschen für ein weiteres Jahr, wenn sich aus dem in der Erde liegenden Samenkorn eine neue Pflanze, die Früchte trägt, entwickeln konnte.

Es ist jener Kreislauf von Tod und Leben, der den Hintergrund der Geschichte bildet, die ich mit meiner Skulptur „Samenkorn der Hoffnung“ ausdrücken möchte. Wie das Samenkorn, das sich zu unserer Nahrung entwickelt oder der Baum, der Früchte trägt, ist auch unser menschliches Leben wie ein Samenkorn, das immer wieder aufgeht. Unser Leben, das in unseren Müttern begann, ist auch ein Zusammenspiel von Samenkorn und dem Boden, der das Leben erst ermöglicht.

(Robert Hartl)

Der "Seed of Hope"-Award Erwin Oberndörfer (re, IG Nachbau) überreicht den "Seed of Hope"-Award an Georg Janßen Georg Janßen mit Enkelin Lorne Georg Janßen mit Enkelin Lorne

... stört es den Nachbarn ...

Aufruf zur Petition "Ortsübliche Emissionen des Landlebens als kulturelles Erbe schützen"

Wenn der Hahn kräht ...Frankreich und der Hahn Maurice haben es uns vorgemacht! Die Französische Nationalversammlung hat zum 30.01.2020 das „sinnliche Erbe der Landschaft“, und damit die typischen Geräusche und Gerüche der ländlichen Gebiete in einem Gesetzentwurf unter Schutz gestellt.

Dieser Entwurf wurde nun am 21.01.2021 im Senat einstimmig beschlossen und als Gesetz zum Schutz des sinnlichen Erbes der Landschaft als Kulturgut festgesetzt. „Landlärm“ ist somit kein Lärm sondern Kulturgut, welches zu schützen und zu erhalten ist!

Auch in Deutschland sollte es, neben der vagen Formulierung der Ortsüblichkeit, ein Gesetz zum Schutz unseres „kulturellen Erbes“ oder auch „sinnlichen Erbes der Landschaft“ geben!

Ansonsten werden unsere Gerichte weiterhin mit diesbezüglichen Klagen verlangsamt und die schleichende Umwandlung von Dorfgebieten zu Schlafstädten nimmt ihren Lauf!

https://openpetition.de/!hahn

Veröffentlichung der EU-Kommissions-Studie zu neuen Gentechniken

ABL: Vorsorge, Wahlfreiheit, Transparenz und Haftunf sicherstellen

© AbL/WittenbergIn ihrem Pressebriefing zur Studie zu den neuen Gentechnik-Verfahren betont die EU-Kommission, dass die „Sicherheit für Umwelt und Verbrauer unser Leitprinzip ist“. Deshalb brauche es einen „offenen Dialog“ mit Bürger*innen, den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament, „um den künftigen Umgang mit diesen biotechnologischen Verfahren in der EU zu klären“. Politische Maßnahmen sollen vorbereitet werden, weil das derzeitige Gentechnikrecht „nicht zweckmäßig“ sei. Die Kommission will nun einen umfassenden und offenen Konsultationsprozess einleiten, um die Gestaltung eines neuen Rechtsrahmens für die Gentechnik-Verfahren zu diskutieren. Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. kommentiert:

„_Wir sind bereit für einen offenen und breit angelegten Diskussionsprozess. Bislang sind die versprochenen trockenresistenten neuen Gentechnik-Pflanzen oder solche, die tatsächlich zur Nachhaltigkeit beitragen könnten, jedoch in weiter Ferne. Die Eingriffe in das Zusammenspiel der relevanten Gene ist viel zu komplex und wird in der Regel nicht wirklich verstanden. Auch bei den neuen Gentechnik-Pflanzen gibt es unerwartete Effekte, das zeigen wissenschaftliche Studien. Um ein hohes Maß an Sicherheit für Umwelt und Verbraucher*innen zu gewährleisten – so wie es die Kommission verspricht - müssen alle neuen Gentechnik-Pflanzen einer verpflichtenden Risikoprüfung und einem Zulassungsverfahren unterliegen. Bäuerinnen und Bauern wollen keine Risikoprodukte auf dem Acker und im Futter. Wir wollen garantiert erzeugen können, was ein Großteil der Verbraucher*innen will: Gentechnikfreie Lebensmittel. Dazu ist eine Regulierung auch der neuen Verfahren nach dem geltenden Gentechnikgesetz zwingend notwendig. Vorsorge, Wahlfreiheit, Transparenz und Haftung müssen sichergestellt werden. Im angekündigten Konsultationsprozess muss sich die Bundesregierung klar für diese Grundprinzipien einsetzen._“

Um eine offene und breite Diskussion zu gewährleisten, müssen alle Positionen von Betroffenen und Wissenschaftsdisziplinen berücksichtigt werden. Deshalb hat die AbL kürzlich ihre aktuelle Broschüre veröffentlicht: „CRISPR & Co. Neue Gentechnik – Regulierung oder Freifahrtschein?“.

Mainzer Appell: Termine zum sozial-ökologischen Wandel

Der Terminkalender kann hier eingesehen werden -> LINK!
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